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Christine Hewelt

Die Menschen sind das Besondere

 

Ungarn ist das Land, in das es Christine Hewelt seit mehr als 40 Jahren zieht. Nicht der Balaton, die ungarische Salami oder Pálinka locken die Havelländerin, sondern die Menschen. Ein enges Freundschaftsband, dass bereits 1969 geknüpft wurde, mündete nun in eine Schulpartnerschaft.

 

Hewelt 
Christine Hewelt bereitet die Besucher der Tanzschule vor und kündigt das Kommen der ungarischen Tänzer mit Plakaten an.
 

Nyíradony (sprich Nyradon) liegt im östlichen Teil Ungarns im Bezirk Hajdú-Bihar, unweit der Grenze zu Rumänien und etwa 30 Kilometer von Debrecen, der zweitgrößten Stadt des Landes entfernt. Rund 8.000 Menschen leben hier, es gibt zwei Grundschulen und ein Gymnasium. Mehr als 1.200 Kilometer sind es von Debrecen bis ins westhavelländische Nennhausen.

 

Diesen Weg haben die Mitglieder des Válcer Táncstúdiós seit 1998 regelmäßig zurückgelegt.

Der erste Besuch hinterließ einen bleibenden Eindruck, erinnert sich Christine Hewelt. Kein Wunder, denn die Gastgeber empfingen die neuen Freunde aus dem Süden herzlich und mit offenen Armen. Mehrere Auftritte der Tänzer in der Region, aber auch in Potsdam gehören seither zum Pflichtprogramm des Besuchs. Alle zwei Jahre kommen die Ungarn Ende August nach Nennhausen, im jeweils folgenden Jahr reisen die Havelländer nach Ungarn.

 

Die pensionierte Lehrerin Christine Hewelt ist der Schlüssel zu dieser Verbindung. 1969 lernte sie Maria Magdolna Demjén während eines Choraustausches kennen, und bis heute besuchen sich die beiden Frauen gegenseitig. So entstand auch der Austausch mit der Tanzschule. Neue Früchte trug die Freundschaft im vergangenen Jahr, als erstmals eine sechste Klasse der Nennhausener Grundschule nach Nyíradony fuhr.

 

Vom 30. Mai bis 6. Juni 2013 erfolgte nun der Gegenbesuch, der unter anderem durch den Lokalen Aktionsplan Westhavelland mit einer sogenannten Anschubfinanzierung gefördert werden konnte. Auch das Bildungsministerium unterstützt den Austausch. 20 Mädchen und Jungen zwischen 10 und 13 Jahren besuchten die Region, fuhren nach Potsdam, ins Spielzeugmuseum nach Kleßen, schauten sich die Lady Agnes und das Lilienthal-Centrum in Stölln an sowie den Optikpark und die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Außerdem nahmen ihre Gastgeber sie mit in den Unterricht und zum gemeinsamen Projekttag. Für alle war es der erste Besuch in Deutschland.

 

Für Christine Hewelt ist dieser Austausch weit mehr als eine bloße Partnerschaft, es geht um die Menschen, sagt sie. Ihr Ziel ist es, die Verbindung zwischen dem Amt Nennhausen und Nyíradony sowie die Schulpartnerschaft weiter auszubauen. „Wenn man vom vereinten Europa spricht, muss man bei den Kindern anfangen“, sagt sie.